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Kreisgruppe Wolfenbüttel

Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind die artenreichsten Biotope Mitteleuropas. Auch in der Region Wolfenbüttel finden sich noch viele dieser interessanten Naturoasen. Streuobstwiesen sind auch ein altes Kulturgut. In ihnen wurden tausende verschiedene Obstsorten mit ebenso vielen Geschmacksnuancen gezüchtet und kultiviert. Für ihren Erhalt ist eine ständige Pflege, der Schnitt der Bäume und das Mähen des Unterwuchses unerlässlich. Dafür setzt sich der BUND im Landkreis ein.

BUND-Projekt Streuobstwiesenkataster Niedersachsen startet in Wolfenbüttel

Foto: Kleinert, Braunschweiger Zeitung  (Foto: Kleinert, Braunschweiger Zeitung)

Wo überall gibt es noch Streuobstwiesen in Niedersachsen und wer schützt sie? Wo kann ich das Obst meiner Streuobstwiese verarbeiten lassen, oder wo bekomme ich regionales Streuobst? Diese Fragen will das Projekt "Streuobstwiesenkataster Niedersachsen" des BUND Landesverbandes beantworten. Auf einer Internet-homepage sollen alle vorliegenden Informationen zu Streuobstwiesen zusammengetragen und gebündelt präsentiert werden. Im ersten Schritt wurden dafür vier Modell-Landkreise in Niedersachsen ausgewählt. Wolfenbüttel ist einer davon.
Bei der Auftaktveranstaltung am 07.04.2011 im Wolfenbütteler Kreishaus stellte BUND-Projektleiterin Sabine Washof das Kataster vor und lud alle regionalen Akteure ein, daran mitzuwirken.
Landrat Jörg Röhmann lobte die gute Kooperation zwischen BUND und Landkreisverwaltung und sicherte die Unterstützung der Naturschutzbehörde bei diesem Projekt zu.
Stefan Ott, stellvertretender BUND-Landesgeschäftsführer und Olaf Dalchow, Kreisvorsitzender im BUND Wolfenbüttel verwiesen auf die gute Ausgangsposition für Streuobstwiesenschutz im Landkreis Wolfenbüttel. Hier gibt es nicht nur eine umfangreiche Datenbasis, sondern auch tatkräftige Streuobst-Initiativen.
Nun soll ein Fachbeirat für das Projekt einberufen werden, der die Inhalte der neuen Internetpräsenz zusammenträgt und abrufbar macht. Interessenten sind hierfür herzlich willkommen.
Die homepage ist zu finden unter www.streuobstwiesen-niedersachsen.de. 

Was ist eigentlich eine Streuobstwiese?

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Unter dem Oberbegriff "Streuobstwiese" lassen sich alle Bestände starkwüchsiger und großkroniger Obstbäume (überwiegend Hochstämme) zusammenfassen. Hochstamm- Obstbäume zeichnen dadurch aus, dass ihre Krone bei einer Stammhöhe von 1,80 Metern beginnt. Ihr Unterwuchs wird als Mähwiese oder Viehweide genutzt. Obwohl sich der Begriff im engeren Sinne von den „gestreut“, also in unregelmäßigen Abständen bzw. vereinzelt auf Wiesen oder Feldern stehenden Bäume ableiten lässt, sind damit alle Obsthochstamm-Bestände mit Grünland-Unterwuchs gemeint, also auch Block- und Reihenpflanzungen oder kleinere Obsthöfe und ausdrücklich auch Obstweiden.

Streuobstwiesen sind Naturparadiese. Ebenso wertvoll wie die Obstprodukte, die sie hervorbringen, ist der besonders struktur- und artenreiche Lebensraum, den sie bieten. Bienen, Hummeln und zahllose andere Insekten ernähren sich von Nektar und Pollen und sorgen dabei für die Bestäubung der Blüten. Viele bedrohte Tierarten wie z.B. Vögel, Fledermäuse, Säugetiere wie die Haselmaus, Garten- und Siebenschläfer haben hier noch eine Heimat. Als Charakterart gilt der Steinkauz, wozu der Höhlenreichtum alter Obstbäume beiträgt. Streuobstwiesen zeichnen sich allerdings nicht nur durch ihren ökologischen Wert aus, sondern sie prägen unser Landschaftsbild und bilden grüne Inseln im Siedlungsbereich. Blühende Obstwiesen bereichern seit jeher durch ihre Schönheit unsere Kulturlandschaft – sie dienen auch als touristische Attraktion und zur Naherholung in städtischen „Speckgürteln“. 

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